Hören Sie sich den Artikel an!
LEGO: Ein Stein nach dem anderen in Richtung Nachhaltigkeit
Niels Christiansen, CEO der LEGO Gruppe, erhält jedes Jahr eine Flut von Briefen und E-Mails von Kindern aus aller Welt. Viele dieser Briefe drehen sich um ein gemeinsames Thema: die Umwelt. „Viele Kinder machen sich Sorgen um die Zukunft unseres Planeten“, erklärt Christiansen. Und man kann es ihnen kaum verübeln. Seit Jahrzehnten bestehen die ikonischen LEGO-Steine – Symbole für Kreativität und Spiel – aus kunststoffbasierten fossilen Brennstoffen, einem der größten Feinde der Umwelt. Doch nun beginnt sich etwas zu ändern.
In diesem Jahr hat LEGO angekündigt, mit der Produktion von Steinen aus einem neuen Kunststofftyp zu beginnen, der teilweise aus erneuerbaren oder recycelten Materialien besteht, wie beispielsweise gebrauchtem Speiseöl. Obwohl die Verfügbarkeit dieses „grünen Harzes“ noch begrenzt ist, ist Christiansen entschlossen, einen Unterschied zu machen: „Das ist wie das Henne-und-Ei-Problem. Niemand will investieren, solange niemand kauft, und niemand kauft, solange die Preise nicht sinken. LEGO möchte dieser Jemand sein.“

Innovation und Nachhaltigkeit: Eine mutige Investition
LEGO zahlt für diesen umweltfreundlichen Kunststoff bis zu 60 % mehr als für die herkömmliche, auf Erdöl basierende Variante. Damit hofft das Unternehmen, die Nachfrage anzukurbeln und den Markt für erneuerbare Materialien ins Rollen zu bringen. Dieser Schritt könnte auch anderen kunststoffabhängigen Unternehmen den Weg ebnen.
Nicht alle Nachhaltigkeitsinitiativen von LEGO waren erfolgreich. Im Jahr 2023 wurde ein Projekt, bei dem recycelte Plastikflaschen in Steine umgewandelt werden sollten, eingestellt, da der Prozess paradoxerweise die Emissionen des Unternehmens erhöht hätte. Christiansen bleibt jedoch optimistisch: Bis 2032 will LEGO Steine produzieren, die vollständig frei von fossilen Brennstoffen sind. „Je mehr wir mit Lieferanten zusammenarbeiten und in diese Materialien investieren, desto überzeugter bin ich, dass wir es schaffen werden“, sagt er.